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Öcalans Botschaft zu Newroz 2014: Zeit für Verhandlungen

Ich grüße alle Freundinnen und Freunde, deren Herzen mit dem Newrozfeuer für Frieden und Freiheit brennen!

Ich grüße unser Volk, das in Mesopotamien, der Wiege der Zivilisationen, das prächtige Newrozfeuer in einen Aufbruch und ein Fest der Demokratie verwandelt.

Ich sende Euch stellvertretend für alle Jugendlichen und Frauen meines Landes meine Liebe. Ich rufe alle, die ihre Herz für den Frieden geöffnet haben, die unsere Stimme hören, die gesamte Türkei auf, sich im Geiste der Solidarität der Jahrhunderte zusammenzuschließen.

Ich gratuliere auch den Geschwistervölkern des Mittleren Ostens und Asiens, der Wiege der Zivilisationen der Welt, zu diesem ihren Fest.

Ich sende Euch allen meine herzlichen Grüße. Seid gegrüßt!

Beim letzten Newroz, an einem Tag wie diesem, haben wir das Feuer des Krieges ausgelöscht, das junge Menschen, Leben, Liebe und Arbeit in Asche verwandelt, und eine große Fackel des Widerstandes für den Frieden entzündet.

Verehrtes Volk der Türkei!

Die Geschichte hat uns gezeigt, dass wenn es keine entschlossene Führung für einen Frieden gibt, historische Probleme sich fortsetzen und meist mit Wendungen antworten, die große Verluste mit sich bringen. Die drängendste Frage, vor der wir stehen, ist, ob wir den Weg mit sich ständig wiederholenden Putschen oder einer vollständigen und radikalen Demokratie fortsetzen werden.

Konkret und aktuell zeichnet sich seit dem letzten Newrozfest diese Weggabelung ab. Entweder wird sich ein Regime der Putsche und Verschwörungen, gestützt auf die kapitalistische Moderne der letzten 200 Jahre, restaurieren und fortsetzen, oder die türkisch-kurdischen Beziehungen werden auf neuen Kurs gebracht und ein demokratisches Verfassungsregime wird durch umfassende demokratische Reformen die verschwörerischen und putschistischen Mechanismen zerschlagen. Die Zeit für alle Mittelwege und Übergangsformen ist abgelaufen.

Bisher gab es einen Dialogprozess, der wichtig war. In diesem Prozess haben beide Seiten gegenseitig die guten Absichten, den Realismus und die Angemessenheit getestet. Dabei hat sich ergeben, dass beide Seiten zur Suche nach Frieden entschlossen sind, auch wenn die Regierung verzögert, verschiebt, einseitig agiert und eine gesetzliche Grundlage vermeidet. Dialogprozesse sind wichtig, doch beinhalten sie keine Verbindlichkeit. Daher können sie keine ausreichende Gewähr für einen dauerhaften Frieden bieten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unvermeidlich geworden, der Systematik von Verhandlungen einen gesetzlichen Rahmen zu verleihen.

Der Frieden ist schwieriger als der Krieg, aber jeder Krieg hat seinen Frieden. Wir haben furchtlos Widerstand geleistet, wir werden auch den Frieden nicht fürchten.

Unser Widerstand richtete sich nicht gegen die Geschwistervölker, sondern gegen ein System mit hegemonialem Charakter, das ignorierte, vernichtete, verleugnete und unterdrückte. Daher ist auch unser Frieden nicht für die Regierungen oder Staaten, sondern für die Völker Anatoliens, Kurdistans und Mesopotamiens, die sich die Jahrtausende alten Werte dieses Bodens zueigen gemacht und ein kulturelles Welterbe geschaffen haben. Regierung und Staat fällt die Aufgabe zu, eine dementsprechende Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen.

Unsere große Reise zum Frieden war zahlreichen Angriffen ausgesetzt, von Oslo bis Paris, von Gever bis Lice, von den KCK-Operationen bis zu dem an Grausamkeit heranreichenden Verhalten gegenüber den kranken politischen Gefangenen. Diese Bewegung, also Ihr, werdet alle diese schmutzigen Spiele, die internationale Herrschaft von GLADIO erschüttern und vereiteln.

Unser Kampf hat einen großen Anteil daran, dass in der gesamten Region die Systeme der Bevormundung beseitigt werden. Wir stehen in der historischen Verantwortung, internationale Verschwörungen, die uns in verschiedenen Formen gegenübertreten, aufmerksam zu begegnen.

Eine verantwortungsbewusster Sprachstil wird sowohl verschiedene Methoden der rassistischen psychologischen Kriegsführung ins Leere laufen lassen als auch einen wesentlichen Charakterzug unseres großen Friedens darstellen.
Dieser Frieden wird in Rojava und der gesamten Region erst durch Lösungen im Rahmen demokratischer Verfassungen gefestigt werden.

Die Frauen haben nicht nur ein großes Potenzial für Freiheit und Gleichheit akkumuliert, sie werden auch durch neue ethische und ästhetische Werte, die sie der demokratischen gesellschaftlichen Entwicklung hinzufügen, die eigentlichen Garanten dieses Friedens sein.

Unsere Bewegung hat als Jugendbewegung begonnen und ist stets jung geblieben. Die Jugend wird auch diesen Frieden gegen alle Angriffe und Provokationen beherzt verteidigen.

Unser im Exil verstreutes Volk, vor allem in Europa, wird die Stimme sein, die der Welt unseren Frieden und unser freies Leben in Würde verkündet.

Alle unsere Genossinnen und Genossen, die mit ihrem beispiellosem Willen dort, wo die Hoffnung zu versiegen droht, ohne mit der Wimper zu zucken ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Freiheit aufs Spiel setzen, werden unsere wichtigste Stütze sein.

Die Völker der Türkei mit unserer tausendjährigen Tradition der Geschwisterlichkeit werden die beste Antwort auf rassistische, spaltende, überhebliche und wuterfüllte Hassreden geben.

Ich grüße Euch alle in meinem Glauben an ein freies und vollständig demokratisches Land, in dem sich alle Glaubensrichtungen, Völker, Kulturen und Werktätigen frei fühlen können, und mit revolutionären Gefühlen.

Ich rufe alle auf, die Verantwortung für ihre Zeit und die Menschheit empfinden, zum Baustein für unseren großen Frieden zu werden.

Gegrüßt seien alle, die Verantwortung für die Geschwisterlichkeit der Völker übernehmen.

Es lebe Newroz!

Es lebe die Geschwisterlichkeit der Völker!

Übersetzung: Internationale Initiative

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